Detailinformationen Valproinsäure

Direkt zu: Allgemeine Informationen / Dosierung, Einnahme & Wirkungseintritt
Altersfreigabe / Nebenwirkungen / Schwangerschaft & Stillzeit

 

Allgemeine Informationen

  • Handelsnamen: Convulex, Convulsofin, Depakine, Ergenyl, Leptilan, Orfiril, Valproat, zahlreiche Generika
  • Kategorie: Antiepileptika
  • Indikation: Phasenprophylaktika gegen Manie/Hypomanie bei bipolaren Störungen und Epilepsie

 

Dosierung, Einnahme & Wirkungseintritt

Einnahme: 1-3x täglich unabhängig der Mahlzeiten
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Phasenprophylaktika bei Manie/Hypomanie: 20mg pro Kilogramm Körpergewicht, max. 3000mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartmedikation abweichen. Menschen verfügen über einen unterschiedlich schnellen Stoffwechsel. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Wirkungseintritt gegen Manie/Hyptomanie: nach ca. 1-3 Wochen

 

 

Altersfreigabe

Ab 18 Jahren

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus

Eine Altersfreigabe für Minderjährige bekommt ein Medikament nur, wenn dazu spezifische Studien mit minderjährigen Probanden durchgeführt wurden. Die meisten Hersteller scheuen die Kosten für solche Studien.

 

 

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): Tremor, Übelkeit.

Häufig (1-10%): Blutarmut, Thrombozytopenie, Gewichtszunahme, niederiger Natriumspiegel im Blut, Verwirrung, Aggressivität, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörungen, Taubheit, Blutungen, Erbrechen, Zahnfleischerkrankungen, Entzündung der Mundschleimhaut, Hypersensibilität, Haarausfall, Veränderungen der Nägel und des Nagelbetts, Menstruationsbeschwerden.

Gelegentlich (0.1-1%): Panzytopenie, Leukopenie, Halluzinationen, Koma, krankhafte Zustände des Gehrins, Lethargie, Parkinson-Syndrom, Störungen der Bewegungskoordination, Kribbeln auf der Haut, Vaskulitis, Pleuraerguss, Pankreatitiden (zum Teil mit tödlichem Verlauf), Angioödem, Rash, Niereninsuffizienz, Amenorrhöe, Ödeme, Unterkühlung (zu tiefe Körpertemperatur).

Selten (0.01-0.1%): Myelodysplastisches Syndrom, Vitamin-Mangel, Hypothyreose, Hyperammonämie, abnormales Verhalten, psychomotorische Hyperaktivität, Lernstörungen, Demenz, kognitive Störungen, Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, gestörte Hautdurchblutung, Syndrome der Arzneimittelüberempfindlichkeit, tubulointerstitielle Nierenentzündung, unwillkürliches Urinlassen/Einnässen, Fanconi-Syndrom, Unfruchtbarkeit beim Mann, polyzystische Ovarien.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effket (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Die Einnahme von Valproinsäure während der Schwangerschaft ist mit einem erheblichen Risiko für Mutter und Kind verbunden. Dieses reicht von Mortalität (Tod) über schwere Missbildungen beim Neugeborenen. Valproinsäure darf keinenfalls während der Schwangerschaft eingenommen werden.

Valproinsäure tritt in die Muttermilch über. Falls Valproinsäure während der Stillzeit eingenommen werden muss, soll abgestillt werden.

 

Print Friendly
Translate »