Detailinformationen Paroxetin

 

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Allgemeine Informationen

  • Handelsnamen: Paroxat, Deroxat, llenopar, Dropax, Parexat, Parocetan, ParoLich, Paronex, Paroxalon,  Paroxetop, Seroxat, Stiliden, Tagonis, zahlreiche Generika
  • Kategorie: Selektiver Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
  • Indikation: Depressionen, Panikstörung, generalisierte Angststörung, Zwangsstörungen und Posttraumatische-Belastungsstörung

 

Dosierung, Einnahme & Wirkungseintritt

Einnahme: 1x täglich während des Frühstücks.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Depressionen: 20-40mg
Panikstörung: 10-60mg
Soziophobie, generalisierte Angststörung & Posttraumatische-Belastungsstörung: 20-50mg
Zwangsstörung: 20-60mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartmedikation abweichen. Menschen verfügen über einen unterschiedlich schnellen Stoffwechsel. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Wirkungseintritt: Nach ca. 2-4 Wochen bei Depressionen, nach ca. 4-6 Wochen bei Angststörungen.

 

Altersfreigabe

Ab 18 Jahren

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus

Eine Altersfreigabe für Minderjährige bekommt ein Medikament nur, wenn dazu spezifische Studien mit minderjährigen Probanden durchgeführt wurden. Die meisten Hersteller scheuen die Kosten für solche Studien.

 

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): Bewusstseinsstörungen, Schlaflosigkeit, Übelkeit, sexuelle Funktionsstörungen.

Häufig (1-10%): Erhöhte Cholesterin-Werte, Appetitverlust, Agitiertheit, abnormale Träume,  Schwindel, Zittern, Kopfschmerzen, Gähnen, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Mundtrockenheit, Schwitzen, Kraftlosigkeit, Gewichtszunahme, Absetzsymptome.

Gelegentlich (0.1-1%): Abnormale Blutungen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Störung im Bewegungsablauf, verschwommenes Sehen, Erweiterung der Pupillen, Herzrasen, EKG-Veränderungen, Erweiterung der Blutgefässe, Regulatonsprobleme des Blutdrucks, kurze spontane Bewusstlosigkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Probleme beim Entleeren der Harnblase, Austreten von Urin, Sehstörungen, Herzklopfen, Reizbarkeit, Durchfall.

Selten (0.01-0.1%): Niedriger Natrium-Spiegel im Blut, manische Reaktionen, Angstzustände, Depersonalisation, Panikattacken, motorische Unruhe, Krampfanfälle, Restless-Legs-Syndrom, grüner Star, tiefe Herzschlagfrequenz, Erhöhung von Leberenzymwerten, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effket (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie (ausg. Libidoverlust falls betroffen).

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Neuere epidemiologische Studien zur Anwendung von Antidepressiva während des ersten Schwangerschaftstrimenons berichten über ein erhöhtes Risiko kongenitaler Missbildungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Paroxetin.

Bei Frauen, die beabsichtigen, demnächst schwanger zu werden, oder schon schwanger sind, sollte Paroxetin nicht neu verschrieben werden. Bei Frauen, die schwanger sind und schon mit Paroxetin behandelt werden, wird der Arzt bzw. die Ärztin die zur Verfügung stehenden Behandlungsalternativen sorgfältig abwägen müssen und Paroxetin nur dann weiter verschreiben, falls dies absolut notwendig ist.

Neugeborene sollten überwacht werden, wenn die Anwendung von Paroxetin bei der Mutter bis in späte Stadien der Schwangerschaft (vor allem im letzten Drittel) fortgesetzt wird. Folgende Symptome können bei Neugeborenen nach der Anwendung von Paroxetin in den späten Stadien der Schwangerschaft auftreten: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, instabile Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Trinken, Erbrechen, Hypoglykämie, muskulärer Hypertonus oder Hypotonus, Hyperreflexie, Tremor, ängstliches/nervöses Zittern, Reizbarkeit, Lethargie, Schläfrigkeit, Schlafstörungen und ständiges Schreien. In der Mehrzahl der Fälle beginnen die Komplikationen sofort oder sehr bald (weniger als 24 Stunden) nach der Geburt.

Eine SSRI-Exposition in der späten Schwangerschaft kann das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

Geringe Mengen Paroxetin gehen in die Muttermilch über. Es wurden keine Anzeichen von Arzneimittelwirkungen bei Kindern beobachtet. Trotzdem sollte Paroxetin während der Stillzeit nicht angewendet werden. Ist die Verabreichung des Präparates unabdingbar, sollte abgestillt werden.

 

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