Medikamente

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Medikamente wie z.B. Antidepressiva sind heute weit verbreitet, besonders in den USA. Somit stellt sich natürlich automatisch die Frage, ob all diese Personen solche Medikamente überhaupt nötig haben. Die Antwort lautet ganz klar nein. Medikamente sollten erst ab dem Zeitpunkt eingesetzt werden, wenn andere Massnahmen wie z.B. Lichttherapie, Psychotherapie, alternativmedizinische Behandlungen etc. versagt haben. Auch ab einer gewissen stärke der Depression und/oder Angststörung sind Medikamente fast unausweichlich, wobei anzumerken ist, dass Medikamente am besten in Kombination mit einer Psychotherapie wirken.

Antidepressiva sind keine „Glückspillen“… Sie sind ab einer gewissen Stärke der Beschwerden einfach das kleinere Übel
Diese Substanzen greifen primär in den Hormon- bzw. Botenstoffhaushalt des Gehirns ein. Nach gängiger Theorie ist eine Depression sowie eine Angststörung mit einem Mangel des Botenstoffs „Serotonin“ verbunden. Auch ein Ungleichgewicht an Noradrenalin, Dopamin, Glutamat, Endorphin, Melatonin und weiteren Neurotransmittern wird für Depressionen verantwortlich gemacht. Medikamente setzten genau dort an. Sie erhöhen die Verfügbarkeit des jeweiligen Botenstoffs zwischen den Synapsen (siehe Video). Um dies zu bewerkstelligen müssen Antidepressiva erst einen Spiegel im Gehirn aufbauen. Dies dauert durchschnittlich 1-8 Wochen, erst dann tritt die eigentliche Wirkung ein. Antidepressiva müssen täglich und konstant konsumiert werden. Medikamente welche den Botenstoff Endorphin beeinflussen gibt es nicht.

Antidepressiva sind keine „Glückspillen“. Sie haben teilweise starke Nebenwirkungen und sind somit ab einer gewissen Stärke der Beschwerden einfach das kleinere Übel. Ein weiteres Problem ist, dass sich nicht vorhersagen lässt, wie der Einzelne auf das jeweilige Medikament reagiert, also welcher Mensch auf was für ein Präparat positiv anspricht. Ähnlich verhält es sich bei den Nebenwirkungen. Nicht alle Nebenwirkungen kommen bei jeder Person vor, bei manchen sogar gar keine. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden nach einigen Wochen wieder. Sehr einschneidende Nebenwirkungen wie z.B. Libidoverlust und/oder Gewichtszunahme können allerdings (falls sie auftreten) während der ganzen Einnahmedauer bestehen bleiben. Dies ist auch der Grund, warum viele Betroffene die Medikamente in Eigenregie absetzen, sobald es ihnen ein wenig besser geht. Rückfälle sind eine häufige Folge dieses „autonomen“ Handelns. Antidepressiva müssen meist noch Monate nach der Remission (Zeitpunkt der Befreiung aller Krankheits-Symptome) eingenommen und langsam unter Aufsicht eines Arztes reduziert werden.

Im Allgemein reagieren ca. 30% der Personen auf ihre antidepressive Erstmedikation (das erste Medikament, welches ihnen verabreicht wird). Weitere 40% nach diversen Medikamentenversuchen, welche teilweise auch Neuroleptika, Benzodiazepine, Lithium, Antiepileptika etc. beinhalten. Die Wirkung von Neuroleptika und jene von Benzodiazepine treten bereits kurz nach der Verabreichung ein. Lithium und Antiepileptika müssen wie Antidepressiva zuerst einen Spiegel aufbauen. Im Falle von Antiepileptika geht dies meistens schneller, bei Lithium langsamer.

Unter dem Strich bleiben also immer noch 30% der Patienten, welche gar nicht oder nur stark unzureichend auf Medikamente reagieren. Wem Medikamente nicht helfen ist jedoch noch lange nicht verloren. Neben der Pharmakotherapie gibt es eine ganze Reihe, teilweise hoch effektiver nicht medikamentöser Behandlungsmethoden. Die effektivste Methode Depressionen zu bekämpfen ist die Elektro-Krampf-Therapie, kurz EKT. Auf Angststörungen hat EKT keinen Einfluss.

 

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