Detailinformationen Lamotrigin

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Allgemeine Informationen

  • Handelsnamen: Lamictal, Elmendos, Gerolamic, Lamotribene, zahlreiche Generika
  • Kategorie: Stimmungsstabilisator (mood-stabilizer), Antiepileptika
  • Indikation: Phasenprophylaktika gegen Depressionen bei bipolaren Störungen und Epilepsie

 

Dosierung, Einnahme & Wirkungseintritt

Einnahme: 2x täglich Morgens und Abends unabhängig der Mahlzeiten.
Die Einnahme muss täglich erfolgen (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf).

Bipolare Störung und Depressionen: 50-200mg
Epilepsie: 25-200mg

Die Dosierung muss von einem Arzt individuel festgelegt werden. Die Dosis kann somit von der Standartmedikation abweichen. Menschen verfügen über einen unterschiedlich schnellen Stoffwechsel. Je nachdem ist eine höhere oder tiefere Dosis erforderlich.

Wirkungseintritt: Nach ca. 1-3 Wochen

 

Altersfreigabe

Bipolare Störung und Depression: Ab 18 Jahren
Epilepsie: Ab 2 Jahren

Ein Arzt darf dieses Medikament auch an jüngere Patienten verschreiben
Die Altersfreigabe sagt nichts über die Wirksamkeit bei Minderjährigen aus

Eine Altersfreigabe für Minderjährige bekommt ein Medikament nur, wenn dazu spezifische Studien mit minderjährigen Probanden durchgeführt wurden. Die meisten Hersteller scheuen die Kosten für solche Studien.

 

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10%): Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Störungen der Bewegungskoordination, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Hautausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Diplopie, Verschwommensehen.

Häufig (1-10%): Rücken- und andere Schmerzen, Gelenkschmerzen, Schlaflosigkeit, Tremor, Nystagmus, Aggressivität, Reizbarkeit, Agitation.

Gelegentlich (0.1-1%): keine

Selten (0.01-0.1%): Stevens-Johnson-Syndrom, Angioödem, Entzündung der Bindehaut, Hirnhautentzündung, Verwirrtheit, Leukopenie, Thrombocytopenie.

Menschen mit Depressionen und/oder Angststörungen gehen meist automatisch davon aus, sämtliche und/oder die schwersten Nebenwirkungen zu entwickeln. Hierbei kann ein Nocebo-Effket (ein negativer Placebo-Effekt) entstehen.

Eine solche Annahme ist objektiv nicht begründet. Die meisten Menschen entwickeln gar keine bis nur wenige Nebenwirkungen.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden zudem 3-4 Wochen nach Beginn der Therapie.

 

Schwangerschaft & Stillzeit

Lamotrigin soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Wenn eine Lamotrigin-Therapie während der Schwangerschaft als notwendig erachtet wird, sollte die niedrigst mögliche therapeutische Dosis verwendet werden.

Allgemein ist das Risiko kongenitaler Fehlbildungen bei Nachkommen von Müttern, die mit Antiepileptika behandelt wurden, im Vergleich mit der zu erwartenden Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung (ca. 3%) um den Faktor 2-3 erhöht. Die in diesem Zusammenhang am häufigsten berichteten Fehlbildungen sind Lippenspalten, kardiovaskuläre Fehlbildungen und Neuralrohrdefekte.

Lamotrigin tritt in sehr variablen Konzentrationen in die Muttermilch über, wobei beim Säugling Lamotriginspiegel von ca. 50% der Serumkonzentration der Mutter erreicht werden können. Bei einigen gestillten Kindern können daher pharmakologisch wirksame Serumkonzentrationen auftreten.

Der potentielle Nutzen des Stillens sollte gegen das mögliche Risiko des Auftretens unerwünschter Wirkungen beim Säugling abgewogen werden.

 

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