Vorwort Angststörungen

Vorwort

 

 

Ängste als Krankheit

Ängste sind für den Menschen lebenswichtig. Sie halten in davon ab, sich in gefährliche und/oder lebensbedrohliche Situationen zu begeben. Die Angst einer Angststörung hingegen, steht in keinem Zusammenhang zu einer realen Bedrohung. Zudem fühlen sich die Ängste einer Angststörung anders an, als jene im Alltag. Sie sind so intensiv, dass der Betroffene teilweise das Gefühl hat zu ersticken oder an einem Herzinfarkt zu erliegen. Zudem sind sie oft von inneren Spannungszuständen und dauerhafter Anspannung begleitet. Hinzu kommt die sogenannte „Angst vor der Angst“, also die Angst einen erneuten Angstanfall zu erleiden. Dies verursacht einen andauernden „Alarmzustand“ und schränkt die Betroffenen in ihrer Lebensqualität enorm ein.

Ängste gehören zu den affektiven Störungen und treten demnach häufig im Zusammenhang mit Depressionen auf. Das Realitätsdenken ist völlig intakt, auch wenn die betroffene Person teilweise das Gefühl hat „durchzudrehen“ oder „verrückt“ zu werden. Angststörungen verursachen keine Psychosen oder eine Schizophrenie, vielmehr verliert man komplett die Kontrolle über seine Gefühle. Formen und Syptome von Angststörungen finden Sie hier.

 

 

Wie entstehen Angststörungen?

Es wird vermutet, dass Angststörungen durch ähnliche oder sogar die gleichen Faktoren wie Depressionen entstehen, abschliessend ist diese Frage jedoch nicht geklärt. Aus Gesprächen mit unzähligen Betroffenen und der Forschung lassen sich gewisse Umstände definieren, welche eine Angststörung begünstigen können. Dazu gehören genetische Voraussetzungen, Stress, Trauma’s, Schicksalsschläge, Rauschmittelkonsum oder auch ein Leben zu führen, was der eigenen persönlichen Natur nicht entspricht. Je stärker und je zahlreicher diese Faktoren sind, umso wahrscheinlicher wird eine Angststörung.

Biologisch geht man heute davon aus, dass ein Mangel des Botenstoffs „Serotonin“ zu Angststörungen führt. Auch der Botenstoff „GABA“ hat einen Einfluss auf Angststörungen.

 

 

Angststörungen sind heilbar

Ängste werden von den Betroffenen als enorm bedrohlich empfunden, sind jedoch (vor allem durch eine Fachperson) im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen gut behandelbar. Neben Psycho- und Verhaltenstherapie sowie Entspannungsübungen kommen oft auch Medikamente zum Einsatz, allen voran Antidepressiva. Ironischerweise helfen Antidepressiva gegen Ängste zuverlässiger als gegen Depressionen. Für ein kurzfristiges und effektives Unterbrechen von Angstzuständen sind Benzodiazepine alternativlos. Diese dürfen aufgrund ihres Abhängigkeitspotenzials nicht über mehrere Monate lang eingenommen werden. Es ist allerdings eine Tatsache, dass Medikamente die Symptome einer Angststörung „nur“ unterdrücken. Dies mag in einem akuten Zustand eine Rettung sein, doch um die Ursachen von Angststörungen zu begründen und somit eine längerfristige Veränderung herbeizuführen bedarf es einer Psychotherapie. Bis diese ihre Wirkung entfaltet kann es jedoch Monate oder gar Jahre gehen. Obwohl man nicht verallgemeinern sollte lässt sich sagen, dass Fachärzte für Psychiatrie (Psychiater) mehrheitlich für medikamentöse und Psychologen (mit entsprechender Weiterbildung) für psychotherapeutische Behandlungen geeignet sind.
 

Die Behandlungsmöglichkeiten sind hier aufgeführt.

 

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