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Fragen & Antworten

 

 

Wieso sind Depressionen und Angststörungen so eng miteinander verwandt?

Beide gehören zu den affektiven Störungen. Anders als z.B. bei Psychosen ist bei den affektiven Störungen das logische Denken und der Realitätsbezug völlig intakt. Betroffen sind in erster Linie die Emotionen und Gefühle der Menschen. Dass im Zuge von Depressionen auch Ängste auftreten ist mehr die Regel als die Ausnahme. Falls Ängste im Rahmen von Depressionen auftreten, werden sie letzterer unergeordnet und gelten somit als Nebensymptom. Nur Ängste die isoliert auftreten oder klar als Ursache für Depressionen definiert werden können, werden als Angststörung bezeichnet.

 

 

Wie entsteht eine Depression und/oder eine Angststörung?

Durch Erfahrungen in der Praxis und aus Gesprächen mit Betroffenen weiss man heute, dass bis zur Entstehung einer Depression und/oder einer Angststörung meistens mehrere Faktoren zusammenkommen (abschliessend geklärt sind sie jedoch nicht): Genetische Voraussetzungen, Stress, Traumata, Schicksalsschläge, Rauschmittelkonsum oder auch ein Leben zu führen, was der eigenen persönlichen Natur nicht entspricht. Je stärker und je zahlreicher diese Faktoren sind, umso wahrscheinlicher wird eine Depression und/oder eine Angststörung.

Biologisch geht man heute davon aus, dass ein Mangel des Botenstoffs „Serotonin“ zu Depressionen und/oder Angststörungen führt. Auch betroffen sein können die Botenstoffe „Noradrenalin“, „Dopamin“ und „Glutamat“.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Depression und schlechter Laune?

Eine Depression ist eine Krankheit, schlechte Laune eine normale Gefühlsreaktion. Schlechte Laune tritt meist im Bezug zu einem nachvollziehbaren Umstand, seltener aus dem Nichts auf und verschwinden in absehbarer Zeit wieder. Bei Depressionen hingegen findet man häufig keinen unmittelbaren Auslöser. Sie dauern länger an, die Symptome sind stärker als alle jemals zuvor empfundenen Gefühle. Hinzu kommen für eine Depression typische weitere Haupt- und Nebensymptome. Die Symptome von Depressionen finden Sie hier.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Angststörung und „Angst haben“?

Ängste sind für den Menschen lebenswichtig. Sie halten in davon ab, sich in gefährliche und/oder lebensbedrohliche Situationen zu begeben. Die Angst einer Angststörung hingegen, steht in keinem Zusammenhang mit einer realen Bedrohung. Zudem fühlen sich die Ängste einer Angststörung anders an, als jene im Alltag. Sie sind so intensiv, dass der Betroffene teilweise das Gefühl hat zu ersticken oder an einem Herzinfarkt zu erliegen. Ängste sind auch oft von inneren Spannungszuständen begleitet. Bei Phobien reagiert der Patient völlig unverhältnismässig auf eine von ihm interpretierte Bedrohungslage. Dass Zwangsstörungen als Diagnose bei den Angststörungen eingeordnet werden, ist umstritten. Die Symptome der diversen Angststörungen finden Sie hier.

 

 

Lassen sich Depressionen und Angststörungen heilen?

Meistens lassen sich Depressionen und Angststörungen heilen. Die Frage ist jedoch, was man unter „heilen“ versteht. Bei einigen Personen gehen die Beschwerden automatisch zurück, bei anderen Bedarf es einer (teilweise langjährigen) Psychotherapie. Medikamente an sich „heilen“ Depressionen/Angststörungen nicht, sondern unterdrücken deren Symptome, was bei einer akuten Erkrankung lebensrettend sein kann. Es gibt Menschen, welche diese Medikamente sehr lange nehmen müssen um Rückfälle zu vermeiden. Selbst nach teilweise langjährigen therapieresistenten Depressionen/Angststörungen ist eine Heilung möglich. Chronische Verläufe sind selten.

 

 

 

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