Andere Behandlungsmethoden

weitere Behandlungsmethoden

 

Neben Medikamenten und Psychotherapie gibt es noch eine ganze weitere Ansammlung von Behandlungsmethoden. Eine sogenannte „Therapieresistenz“ auf Psychopharmaka ist noch lange kein Grund aufzugeben. Für Elektro-Krampf-Therapie (EKT) schauen Sie bitte hier.

 

Direkt zu: Sport / Lichttherapie / Schlafentzug / Botulinumtoxin (Botox) / Ketamin
Transkranielle Magnetstimulation (TMS) / Vagusnerv-Stimulation (VNS) / Tiefe-Hirn-Stimulation (THS)

 

Sport

Sport ist gemäss etlichen Studien bei leichten Depressionen und leichteren Angststörungen den Medikamenten sogar überlegen bzw. im Fall von mittelgradigen Depressionen gleichwertig. Selbst bei schweren Depressionen und Angststörungen trug Sport markant zu einer Verbesserung der Erkrankung bei. Beim Sport werden automatisch Botenstoffe ausgeschüttet. Dies erklärt z.B, warum Marathon-Läufer trotz blutiger Füssen keine Schmerzen verspüren. Bei Depressionen ist eine sportliche Betätigung zwischen 20 und 30 Minuten täglich notwendig. Je intensiver desto besser. Die postive Wirkung tritt bereits nach wenigen Tagen ein.

 

Lichttherapie

Bei der Lichttherapie wird mittels einer speziellen Lampe Sonnenlicht simuliert (Lampen im freien Handel erhältlich). Min. 20min täglich sollte man vor ihr verbringen. Man muss nicht direkt in das Licht sehen, also kann man gleichzeitig am Computer arbeiten, lesen, fernsehen oder anderen Tätigkeiten nachgehen. Lichttherapie wird vor allem bei Winterdepressionen eingesetzt.

 

Schlafentzug

Dabei wird der Patient früh (gegen 01.00h) geweckt oder bleibt in seltenen Fällen die ganze Nacht wach. Schlafentzug hilft jedoch nur bis zum nächsten ausgiebigen Schlaf und wird heute selten angewandt.

 

Botulinumtoxin (Botox)

Gemäss neusten Studien wirkt auch zwischen die Augenbrauen injiziertes Botox antidepressiv (jedoch nicht angstlösend). Allen voran bei Patienten, welche eher agitiert sind und/oder eine dauerhafte verkrampft-leidende Mimik haben. Die Behandlung stützt sich auf die Feedback-Theorie, welche besagt, dass unsere Mimik nicht nur die Gefühle gegen Aussen, sondern auch gegen Innen spiegelt. Diese Theorie wurde mittlerweile im Kernspintomographen belegt. Die Gehirnaktivitäten von Probanden, welche quer auf einen Bleistift beissen mussten und somit das Mund zu einem lachen verzogen, unterscheiden sich nicht von jenen Probanden, die wirklich lachen mussten. Botox hat fast keine Nebenwirkungen und ist erstaunlich effektiv. Rund 50% der mit Medikamenten erfolglos behandelten Personen reagierten auf Botox. Der Zustand der Patienten besserte sich um durchschnittlich 50%.

 

Ketamin

Ketamin ist ein Narkosemittel, bei welchem das vegetative Nervensystem intakt bleibt (z.B. Atem). Gemäss neusten Studien ist Ketamin innert kürzester Zeit sehr wirksam bei schweren Depressionen, jedoch nicht für eine Dauerbehandlung geeignet. Dem Patienten wird eine Infusion verabreicht, bei welcher geringe und ärztlich individuell bestimmte Dosen des Medikamentes langsam iniziert wird. Die Dosis ist so gering und wird so langsam verabreicht, dass der Patient während der fast zweistündigen Infusion bei Bewusstsein bleibt. Die Wirkung hält nur einige Tage an. Die Infusion findet meist in einer Klinik oder in einem Spital statt, da Ketamin als Betäubungsmittel missbraucht werden kann. Ketamin kann nicht mit Antiepileptika wie z.B. Lamotrigin kombiniert werden, da beide den Botenstoff Glutamat beeinflussen. Betreffend Angststörungen liegen keine wissenschaftlichen Studien vor. Ketamin kann, wenn es ausserhalb des Spitals konsumiert bzw. missbraucht wird, Abhängig machen.

 

Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Die transkranielle Magnetstimulation, ist eine Technologie, bei der mit Hilfe starker Magnetfelder Bereiche des Gehirns sowohl stimuliert als auch gehemmt werden können. Bei psychischen Beschwerden wird diese Methode eher selten eingesetzt. Aus ersten durchgeführten Studien lässt sich noch nicht erkennen, ob die -teilweise recht hohen- klinischen Erwartungen an die transkranielle Magnetstimulation berechtigt sind. Erste Einzelfall-Berichte zeichnen allerdings optimistisches Bild.

 

Vagusnerv-Stimulation (VNS)

Der Vagusnerv wird mit einem elektrischen Gerät, ähnlich einem Herzschrittmacher, stimuliert. Dieses Gerät muss operativ eingesetzt werden. Ein Draht mit einem Stimulations-Körper wird unter der Haut auf die Höhe des Halses gezogen und dort am Vagusnerv befestigt. Als Nebenwirkung ist vor allem Heiserkeit während der jeweiligen Stimulationsimpulse (meist alle 5 Minuten über 30 Sekunden) zu erwähnen. Die VNS wird nur dann eingesetzt, wenn alle anderen Methoden (augs. THS) versagt haben. VNS wird für Depressionen und Angststörungen verwendet. Die Ansprechrate liegt bei ca. 30%. Die Zeitdauer bis VNS-Wirkung nach dem operativen Eingriff in Erscheinung tritt dauert in der Regel mehrere Monate.

 

Tiefe-Hirn-Stimulation (THS)

Die THS befindet sich bezüglich Depressionen noch in ihren Kinderschuhen, doch erste Ergebnisse sind erfolgsversprechend. Dabei werden dem Patienten zwei Löcher in die Schädeldecke gebohrt und ohne das Gehirn zu verletzen zwei Drähte zum „nucleus accumbens“ (der Teil des Gehirn, wo am meisten Nervenbahnen zusammenlaufen) gelegt. Gleichzeitig wird ein Batterie, ähnlich einem Herzschrittmacher, unter die Brust eingepflanzt und ein Draht unter der Haut mit dem Gehirn bzw. den stimulierenden Teilen verbunden.

 

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