Alternativmedizin

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Direkt zu: Kinesiologie / Polarity / Somatic Experiencing / Cranio-Sacral-Therapie / Akupunktur & Akupressur
Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) / Progressive Muskelenstpannung

 

Medikamente sind oft mit starken und unliebsamen Nebenwirkungen verbunden. Zudem sprechen nicht alle Personen auf Psychopharmaka an. Medikamente sollten nur eingenommen werden, wenn sie das kleinere Übel im Vergleich zur Erkrankung darstellen. Insbesondere bei leichteren Depressionen und Angststörungen können alternativmedizinische Behandlungen zur Linderung der Beschwerden beitragen. Auch bei schweren affektiven Störungen können alternativmedizinische Massnahmen zur Verbesserung der gesammtheitlichen Situation beitragen. Die bekanntesten sind:

 

Kinesiologie

Kinesiologie ist eine ganzheitliche Methode, die Gesundheit zu verbessern, Stress abzubauen, seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen und Blockaden zu lösen.

Das Handwerkszeug der Kinesiologen ist der sog. Muskeltest. Durch ihn wird der Körper „befragt“ was ihn belastet oder Blockaden hervorruft und mit welcher geeigneten Technik diese aufgelöst werden können. Die Philosophie der Kinesiologie geht davon aus, dass alle von uns gemachten Erfahrungen im Nervensystem und im Zellgedächtnis gespeichert sind. Zum Abbau und Ausgleich der Blockaden stehen dem Kinesiologen sehr unterschiedliche Techniken zur Verfügung, die individuell und punktgenau auf den Klienten abgestimmt werden.

Je nach Ausbildung des Anwenders wird in begleitende, coachende und therapeutische Kinesiologie unterschieden. Diese werden sehr gewinnbringend u.a. in folgenden Bereichen eingesetzt: Als Lernberatung, zur Selbstentfaltung, in der ganzheitlichen Medizin, im Coaching, zur Leistungsoptimierung im Sport, zum Abbau von Depressionen und Ängsten sowie anderen Konflikten und Blockaden, im Stressmanagement, zur Gesundheits-Prävention, in der Psychotherapie, wie auch im Management und in der Organisationsberatung.

 

Polarity

Polarity (englisch für Polarität) ist eine Körpertherapie-Methode. Sie geht von einem Zusammenhang von Körper, Seele und Geist aus und setzt bei ihren Bemühungen Massagen, Körperübungen und körpertherapeutische Verfahren ein, um über den Körper seelische und geistige Blockaden oder Probleme aufzuspüren und zu lösen. Die Bezeichnung Polarity bezieht sich auf eine angenommene „Körperenergie“ oder „Lebensenergie“ des Menschen. Es handelt sich dabei nicht um Energie im wissenschaftlichen Sinne. Polarity geht unter anderem davon aus, dass diese Körperenergie im Menschen zwischen „Polen“ fließt. Der Ausdruck Polarity spielt ebenfalls darauf an, dass menschliches Leben sich meist in Polaritäten abspielen soll: zwischen Aktivität und Passivität, Plus und Minus. Im Sinne eines ausgewogenen und gesunden Lebens geht es darum, zum Ausgleich dieser Polaritäten zu kommen. „Harmonie der Energien“ soll das Ziel der Methode sein.

 

Somatic Experiencing

Somatic Experiencing ist eine körperorientierte Form der Traumatherapie. Ihr besonderer Ansatz liegt in der Orientierung an biologischen Mechanismen. Die Traumafolgestörung wird hier gesehen als unvollständig durchlaufener Prozess einer allgemeinen, gattungsübergreifenden Überlebensstrategie. Die ursprünglichen Reaktionen auf das Erleben akuter Lebensgefahr werden als natürlich und ihrem Sinne nach überlebenssichernd gesehen, problematisch ist nur ihr unvollständiger Abbau nach dem traumatischen Erlebnis.

Die grundsätzlichen biologischen Reaktionen, die dem Organismus für Situationen zur Verfügung stehen, die als lebensbedrohlich oder ausweglos erlebt werden, sind Kampf, Flucht und Erstarrung (der sogenannte Totstellreflex). Diese Reaktionen können in unterschiedlichster Weise auftreten und können vom Betroffenen nicht verhindert werden. Bei den meisten Traumatisierungen, auch wenn es sich um einmalige Ereignisse handelt, werden im Verlauf des Ereignisses alle drei Kategorien vom Organismus initiiert, meist tauchen auch Elemente aller drei Kategorien während der Therapie auf.

Beim Somatic Experiencing wird, wie auch bei anderen heutigen Methoden der Traumatherapie, zentral auf den Aufbau von unterstützenden Ressourcen geachtet, welche eine Traumaexposition (die Arbeit am eigentlichen traumatischen Ereignis) tragen können. Das Somatic Experiencing sucht dabei besonders nach ganz spezifischen, auf die Traumaelemente zugeschnittenen Ressourcen. Diese werden stabilisiert und in eine Art Dialog zwischen Ressource und Trauma-Ereignis gebracht, so dass sich eine neue innere Erfahrung bilden kann und sich die im Nervensystem gebundenen Energien abbauen. Ebenfalls zentral ist die genaue Dosierung der Belastung während des therapeutischen Prozesses. Einerseits ist es notwendig, Aspekte des Traumas zu berühren, um die gebundene Energie zu lösen, andererseits bedeutet zu viel Energie eine Wiederholung der Überforderung, die im Trauma liegt, also eine Retraumatisierung. Der Klient wird in der Wahrnehmung und Steuerung der Intensität geschult, so dass Klient und Begleiter gemeinsam daran arbeiten, im Bereich zumutbarer Belastung zu bleiben.

 

Cranio-Sacral-Therapie

Die Cranio-Sacral-Therapie ist ein manuelles Verfahren, bei dem Handgriffe vorwiegend im Bereich des Schädels, des Nackens, des Zungenbeins, des Thorax, der Wirbelsäule, des Kreuzbeins, des Zwerchfells, des Beckens und der Füße ausgeführt werden.

Die Cranio-Sacral-Therapie beruht unter anderem auf der Annahme, dass sich die rhythmischen Pulsationen der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit, der sog. Primäre Atemmechanismus PAM, auf die äußeren Gewebe und Knochen übertragen und somit per Berührung ertasten lassen. Die Einzelknochen der Schädelkalotte werden auch bei Erwachsenen als gegeneinander beweglich angesehen.

Bei einer typischen Craniosacraltherapie-Sitzung liegen die Klienten in der Regel bekleidet in Rückenlage auf einer Behandlungsliege. Sie dauert im Schnitt etwa eine Stunde. Der Therapeut arbeitet mit seinen Handflächen oder Fingern vorwiegend mit minimalen Zug- oder Druckkräften. Er arbeitet dabei entweder in die von ihm als physiologisch sinnvoll empfundene Richtung oder er folgt der von ihm erfühlten Gewebespannung, um sie zu reduzieren. Ein wesentlicher Aspekt liegt dabei auf dem Ertasten und Verändern des kraniosakralen Rhythmus.

 

Akupunktur & Akupressur

Die Akupunktu ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin. Sie geht von der Lebensenergie des Körpers aus (Qi), die auf definierten Leitbahnen beziehungsweise Meridianen zirkuliert und einen steuernden Einfluss auf die Psyche und alle Körperfunktionen hat. Ein gestörter Energiefluss wird für Erkrankungen verantwortlich gemacht. Durch Stiche in auf den Meridianen liegende Akupunkturpunkte soll die Störung im Fluss des Qi behoben werden. Das gleiche Therapieziel hat die Akupressur, bei der man einen stumpfen Druck ausübt, sowie die Erwärmung spezifischer Regionen eingesetzt wird.

Klinische Studien zeigen eine wissenschaftlich anerkannt Wirksamkeit der Akupunktur bei durch Kniegelenksarthrose bedingten Schmerzen, bei chronischen Rückenschmerzen und bei der Prophylaxe von Migräneattacken. Zur Behandelung psychischer Beschwerden stehen genaue Untersuchungen noch aus.

 

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

Gemäss der Philosophie der EMDR kann es nach einem Trauma zum sogenannten „Sprachlosen Entsetzen“ kommen (in der Schulmedizin wird dieser Zustand oft mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung verglichen). Das heißt, dass in Teilen des Gehirns Erlebnisse in einer belastenden Art und Weise gespeichert und so vom Patienten innerlich erlebt werden, während das Sprachzentrum aktiv unterdrückt sein kann. Der Patient kann das Geschehene kaum in Worte fassen, wodurch nachfolgend eine Verarbeitung des Erlebten erschwert werde.

Zu EMDR wird angenommen, dass durch die bilaterale Stimulation mittels bestimmter Augenbewegungen, eine Synchronisation unter den Gehirnhälften bzw. eine innere Reorganisation der dysfunktional wirkenden Traumaerfahrung ermöglicht wird. Ferner wird erklärend Bezug genommen auf die REM-Phasen während des Schlafes, in denen starke Augenbewegungen stattfinden und dies relevant für einen erhöhten Verarbeitungsmodus des im Alltag Erlebten sein könnte.

Während die günstige Wirkungsweise von EMDR wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, konnte der Erklärungsansatz bzw. der spezifische Teil „heilender“ Augenbewegungen wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen werden.

 

Progressive Muskelenstpannung

Bei der progressiven Muskelentspannung handelt es sich um ein Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht werden soll. Dabei werden nacheinander die einzelnen Muskelpartien in einer bestimmten Reihenfolge zunächst angespannt, die Muskelspannung wird kurz gehalten, und anschließend wird die Spannung gelöst. Die Konzentration der Person wird dabei auf den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung gerichtet und auf die Empfindungen, die mit diesen unterschiedlichen Zuständen einhergehen. Ziel des Verfahrens ist eine Senkung der Muskelspannung unter das normale Niveau aufgrund einer verbesserten Körperwahrnehmung. Mit der Zeit soll die Person lernen, muskuläre Entspannung herbeizuführen, wann immer sie dies möchte. Zudem sollen durch die Entspannung der Muskulatur auch andere Zeichen körperlicher Unruhe oder Erregung reduziert werden können wie beispielsweise Herzklopfen, Schwitzen oder Zittern. Darüber hinaus können Muskelverspannungen aufgespürt und gelockert und damit Schmerzzustände verringert werden. Die progressive Muskelenspannung wird vorwiegend bei Patienten mit Angststörungen eingesetzt.

 

 

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