Essstörungen

Essstörungen

 

Direkt zu: Anorexie / Bulimie
Binge-Eating-Störung / Esssucht / Orthorexie

 

Psychologisch gesehen geht es bei den Essstörungen nicht nur um das Verlieren der Kontrolle. Insbesondere Anorexie und Bulimie werden in der Psychologie als Kontrollzwang gegenüber dem eigenen Körper beschrieben. Essstörungen sind schwere psychosomatische Krankheiten, die oft lange verheimlicht, lange beschönigt und nicht ernst genommen werden. Neben seelischen und psychosozialen Folgen können Essstörungen ernste körperliche Langzeitschäden nach sich ziehen, die häufig nicht mehr korrigierbar sind. Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten Begleit- und Folgeerkrankungen bei einem krankhaft gestörten Essverhalten. Es folgt eine kleine Übersicht:
 

Anorexie (Magersucht)

Menschen, welche an Anorexia nervosa (der medizinische Begriff für Magersucht) erkrankt sind, nehmen sich trotz Untergewichts als zu dick wahr. Ihr Selbstwertgefühl hängt nicht nur von allgemeinen Leistungen in Beruf, Hobby oder Privatleben, sondern besonders stark auch von der Fähigkeit ab, das Körpergewicht kontrollieren zu können. Die Gedanken der Kranken sind eingeengt und kreisen stets um das Thema Ernährung, Das Kennzeichen einer Anorexie ist die selbst herbeigeführte Gewichtsabnahme, die durch Verminderung der Nahrungsaufnahme erreicht wird, wobei besonders Nahrungsmittel, die als „fett machend“ angesehen werden, weggelassen werden. Hinzu kommt nicht selten eine beschleunigte Gewichtsabnahme durch exzessive sportliche Betätigung, Missbrauch von Medikamenten wie z.B. Abführmittel und weiteren Verhaltensweisen. Anorexia nervosa kann schwere (auch irreparable) körperliche Schäden hinterlassen und in wenigen Fällen sogar bis zum Tod führen.

 

Bulimie (Ess-Brech-Sucht)

Von Bulimia nervosa sind überwiegend (zu 90–95%) Frauen betroffen. Berufsgruppen, bei denen geringes Körpergewicht für das Ausüben des Berufs verlangt oder vorteilhaft ist (zum Beispiel Fotomodell, Tänzerin, Athletin), sind für diese Krankheit besonders anfällig. Bulimie-Betroffene sind meist normalgewichtig, können aber auch unter- oder übergewichtig sein. Das typische Merkmal sind Heisshungerattacken nach denen sogenannte „gegenregulatorische Massnahmen“ ergriffen werden, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden: Hierzu zählen willentliches Erbrechen, Hungern, extreme Diäten, exzessiver Sport sowie der Missbrauch von Abführ- und Brechmitteln. Während der Essanfälle haben die Betroffenen das Gefühl, die Kontrolle über sich selbst und über die Nahrungsmengen, die sie zu sich nehmen, zu verlieren.

 

Binge-Eating-Störung

Binge Eating ist eine Essstörung, bei der es zu periodischen Heisshungeranfällen (Fressanfällen) mit Verlust der bewussten Kontrolle über das Essverhalten kommt. Im Gegensatz zur Bulimie wird das Gegessene anschliessend nicht erbrochen, so dass längerfristig meist Übergewicht die Folge ist.

 

Esssucht

Esssüchtige essen zwanghaft und denken dauernd an „Essen“ und an die Folgen für ihren Körper. Sie essen entweder zu viel oder sie kontrollieren ihr Gewicht mit komplizierten Systemen von Essen, Diäten, Fasten und Bewegung. Esssucht führt häufig zu Übergewicht und Fettleibigkeit, mit den zugehörigen gesundheitlichen und sozialen Problemen. Übergewichtige fühlen sich oft als Versager und Aussenseiter. Fehlernährung kann zu zusätzlichen Problemen führen.

 

Orthorexie

Orthorexia nervosa bedeutet krankhaftes Gesund-Essen. Betroffene verbringen mehrere Stunden täglich damit, zwanghaft Vitamingehalt und Nährwerte zu berechnen und Lebensmittel auszuwählen, wobei sich die Auswahl der „erlaubten“ Lebensmittel immer mehr verringert. Folgen sind Unterernährung, Mangelernährung und soziale Isolation. Die Betroffenen zeigen teilweise Angst vor Lebensmitteln, die sie für ungesund halten. Die Orthorexie zeigt durch den Missionierungsdrang und die kognitiv nicht zugängliche Symptomatik auch Merkmale einer Wahn- oder Zwangsstörung.

 

Zurück

 

 

Print Friendly
Translate »